Reisewege durch das Mühlenland Niedersachsen vom: 23.03.11

 

Daran hat im Vorfeld der Expo 2000, als im Celler Schloss Ideen für touristische Programme in Niedersachsen geschmiedet wurden, wohl niemand gedacht: Dass sich von der Windmühle in Bardowick, über die Expo hinaus eine touristische Straße den Weg durch das Land bahnen könnte, um bis heute 427 Wind- und Wassermühlen in 29 niedersächsischen Landkreisen zu vernetzen. Damit ist die Niedersächsische Mühlenstraße die größte ihrer Art sowohl in Deutschland, als auch im europäischen Maßstab. Sie bildet ein wichtiges touristisches Pfund, mit dem Niedersachsen wuchern kann und ist zugleich Interessenvertreter zahlreicher Mühleneigner, wenn es um den Erhalt der Mühlen in Niedersachsen geht. Bis 2013 sollen alle Mühlenstandorte mit insgesamt 600 Mühlen organisiert sein.

Anfangs mit nur 75 Mühlen in vier Landkreisen im Nordosten des Landes wuchs die Straße unter der Ägide einer ehrenamtlich tätigen  Arbeitsgruppe, der Mitarbeiter von Kreisbehörden, ländlichen Museen, Heimatpfleger und Mitglieder von Mühlen- und Heimatvereinen angehörten, zur größten ihrer Art in Deutschland und vermutlich auch auf dem europäischen Kontinent heran. Die Trägerschaft hatte im Vorfeld der Expo 2000 der Mühlenförderverein Lüneburg e.V. übernommen und dafür eigens seinen Aktionsradius um einige weitere Landkreise erweitert. Seit 2004 ist Deutschlands ältester Mühlenverein, die  landesweit tätige Mühlenvereinigung Niedersachsen – Bremen e.V. in die Trägerschaft eingebunden.

Seitdem ist die Mühlenstraße stetig gewachsen. Jedes Jahr kamen einige Dutzend Mühlen hinzu. 427 Mühlen in 29 Landkreisen sind es nun, das sind nahezu drei Viertel der gesamten Landesfläche. Darunter befinden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten, wahre Perlen in technischer und optischer Hinsicht, die neben ihrer eigentlichen Funktion das touristische Angebot Niedersachsens nicht unwesentlich bereichern und zugleich das Gerüst sind, für eine große Solidargemeinschaft der Wind- und Wassermühlen in Niedersachsen.

Ein solches Wachstum erforderte nach längerer Zeit auch eine Anpassung in der Organisation. Vor wenigen Monaten wurde deshalb die Stiftung „Niedersächsische Mühlenstraße“ als landesweit tätige Körperschaft errichtet, die die beiden Trägervereine ablösen wird. Die Stiftung wurde am 4. März 2011 im Museumsdorf Ebergötzen, Landkreis Göttingen, bekannt durch die Wilhelm - Busch - Mühle und das Europäische Brotmuseum, der Öffentlichkeit vorgestellt. Am selben Tag begann am gleichen Ort eine Wanderausstellung zum Thema „Reisewege durch das Mühlenland  Niedersachsen“.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Schirmherrn der Niedersächsischen Mühlenstraße, Landwirtschaftsminister Gert Lindemann, und den Vorsitzenden des Stiftungsrates, Dr. Stefan Porwol, Staatssekretär im Niedersächsischen Kultusministerium um 13.00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Ebergötzen, Bergstraße 18. Dort fand auch eine Ehrung des Gründungsvaters und Sprechers der Arbeitsgruppe Mühlenstraße im Beisein zahlreicher Mühlenfreunde und Wegbegleiter statt.

  

 


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